Nima Mirkhoshhal begeisterte das Publikum

vom: 17.03.2020

„Zuhause probiere ich gerne etwas Neues aus. Viele kennen und unterstützen
mich.“ Nima Mirkhoshhal (23) kommt ursprünglich aus Wriedel, lebt jetzt in Köln und gab amSonnabend ein Konzert in der Kulturbühne Altes Lichtspielhaus Ebstorf.
Eigentlich wollte er ein iranisches Saiteninstrument erlernen. Seine Oma sorgte dafür,
dass er nun Klavier spielt – und wie! Viele Preise würdigen das Können des jungen
Künstlers.Wie viele Konzerte es sind, die ihn parallel zu seinem Studium beim Pianisten
Aurent Aimard in Köln in große und kleine Konzertsäle führen, könne er nicht sagen.
Nima trat in Deutschland, Österreich, im Iran und in den USA auf, erlebte die Salzburger
Festspiele und das Oxford Piano Festival, spielte auf großen Bühnen in Hamburg, München, Hitzacker – und zum wiederholten Mal auch in der Heimat.
Der ansprechende Konzertsaal war sehr gut besucht. In seiner Begrüßung wies Dr.
Schmedtmann auf das Beethoven- Jubiläum hin. Dieser einmalige Künstler trat vor
250 Jahren für Freiheit, Gleichheit und Brüderlich-keit ein. Dies hier und heute
zu fördern, habe sich auch die Kulturbühne zur Aufgabe gemacht – gerade in einer Region,
die kürzlich wegen Rechtsextremisten in die Schlagzeilen geraten war. Mirkhoshhal nahmden Gedanken auf, als er Mendelssohn Bartholdy ankündigte:
„Ich spiele dies im Gedenken freman Auschwitz. Musik unterscheidet nicht Jude, Moslem
oder Christ.“ Die gekonnte Ankündigung der ausgewählten Stücke verriet, dass der
Künstler sich als Musikvermittler versteht. Seine Hörer bezieht er ein und erklärt die
Eigenarten der einzelnen Komponisten, bevor er sie gekonnt und gefühlvoll spielt.

Für das Konzert in Ebstorf hatte sich Nima viel vorgenommen:
Johann Sebastian Bach begeistere ihn. Johannes Brahms spielt er dramatisch
mit heftigem Anschlag und dann wieder mit flockigen und schnellen Läufen.
Maurice Ravel kommt zart und melodisch daher. Er vertont Wasser, Vögel und fremande Musikalität. Chopin habe der Pianist „schon immer gespielt“, sagt er. „Dieser große
Komponist hat speziell für Klavier komponiert. Das können die Finger dann umsetzen.“
Die Finger Nimas gleiten, wirbeln und fließen über die Tasten. Was herauskommt,
begeistert seine Hörer.



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