STARKE MUSIK VOM PHOENIXSEE

vom: 06.03.2017

Am 25. Februar fand das Eröffnungskonzert des neu gegründeten gemeinnützigen Vereins Kulturbühne Altes Lichtspielhaus e.V. in der Ebstorfer Weinbergstraße statt.

Es gastierte das Internationale Konservatorium am Phoenixsee aus Dortmund mit neun jungen Nachwuchskünstlerinnen und -künstlern. Das Alter lag mit drei Ausnahmen bei 15 Jahren.

Um es gleich vorweg zu nehmen, alle noch so hohen Erwartungen an die Leistungen des Meisterklasse-Professors und Direktors des Konservatoriums Alexander Ostrowski wurden um Galaxien übertroffen. 

Alles begann mit einem Violinensemble einer Romanze von Dmitri Schostakowitsch. Bereits bei diesem ersten Stück, welches von sechs jungen Geigerinnen und Geigern mit Hingabe und Eleganz vorgetragen wurde, ließ ahnen, was auf die begeisterten Zuhörer noch zukommen würde.

Es folgten Ani und Hristina Panova, elf und neun Jahre jung. Sie spielten vier Capricen für zwei Violinen von Henryk Wieniawsky. Die Körpergröße dieser beiden bezaubernden Kinder stand der Anmut ihrer Darbietung diametral entgegen. Das Publikum war begeistert, sowohl von der Fehlerfreiheit als auch von der Leidenschaft der Darbietung.

Luis Benedikt Alfsmann überzeugte anschließend mit dem Klavierstück Nr. 2 von Franz Schubert am Flügel. Wer aber glaubte, schon mit diesem Stück das gesamte  Können des erst 15jährigen erlebt zu haben, wurde eines Besseren belehrt. Nach der Pause drang er mit der Ungarischen Rhapsodie von Franz Liszt in die Ohren und Herzen seines Publikums. Bei dem hohen Schwierigkeitsgrad des Stückes kann man nur von einer fulminanten, ja atemberaubenden Interpretation sprechen.

Kyrill Tkachenko, mit 16 Jahren Geburtstagskind des Konzertabends, überzeugte mit der Interpretation von Othellos Fantasie von Heinrich Wilhelm Ernst. Überaus gefühlvoll spielte Kyrill Tkachenko die melodisch exponierten Passagen.

Es folgte die 15jährige Annika Franke. Auch sie fügte sich nahtlos in die perfekte Intonation ihrer Vorgängerinnen und Vorgänger ein. Die Meditation aus Souvenier d´un lieu cher Op. 42 von Peter Tschaikowsky gereichte zu einem neuen Höhepunkt des Abends.

Und dann betrat Alexey Galikhanov, 25 Jahre, die Kulturbühne. Er vermochte es, mit seiner Cerutti-Geige von 1800 das Publikum vollends zu fesseln. Er intonierte zunächst die Novelette Op. 102 von Jean Sibelius auf so bezaubernde Weise, dass der Zuhörer glaubte, in eine andere Welt zu entgleiten. Vollends begeisterte Alexey Galikhanov dann mit dem Rondo des lutins von Antonio Bazzini. Mit diesem  technisch überaus anspruchsvollen Hexentanz war auch der letzte Zuhörer von seiner überragenden Klasse überzeugt.

Ein unvergesslicher Musikabend endete, wie er begonnen hatte, mit einem Violinensemble. Sechs Geigerinnen und Geiger (Annika Franke, Shiva Heitmann, Patricia Bömcke, Kristin Gösmann, Kyrill Tkachenko und Alexey Galikhanov) unter der Begleitung der herausragenden, wie sympathischen Pianistin Olga Auost, spielten die Burree aus der Suite h-Moll von Johann Sebastian Bach, einem Walzer von Georgi Swiridov und dem Divertimento von Igor Frolov. Es war klar, dass ohne Zugabe ein solcher Abend nicht zu Ende gehen würde. Standing ovations belohnten alle Künstler.

Ein Musikabend mit wunderbaren, sympathischen jungen Künstlern, die ihren Titel „Künstler“ mehr als verdient haben, endete mit dem Empfinden, etwas ganz Besonderes erlebt zu haben und dem Gefühl, dass die zweieinhalb Stunden viel zu schnell vergangen waren. Wir alle freuen uns auf das Orchesterkonzert des Konservatoriums am Phoenixsee aus Dortmund auf der Kulturbühne Altes Lichtspielhaus im Oktober. Schon am 8. April werden drei Professoren des Dortmunder Konservatoriums mit der großartigen Musik von Dmitri Schostakowitsch die Musikfreunde der Kulturbühne Altes Lichtspielhaus erfreuen. 



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